Stadtgarten Ludwigstrasse - ein Garten für alle!

Das Projekt

Der Stadtgarten Ludwigstraße liegt in einem Stadtteil, der sich stark verändert, eine intensive Nachverdichtung erfährt und weiter erfahren wird. Hier sind öffentliche, naturnahe und fußläufig erreichbare Aufenthaltsorte zunehmend seltener. Es gibt wenige Wohnungen mit Balkon oder Gartennutzung. Durch das Angebot eines Stadtgartens wird sich die Lebensqualität im Quartier erhöhen und so mehr Umweltgerechtigkeit entstehen.  Gerade an sehr warmen Sommertagen ist es besonders für ältere Menschen wichtig, sich an schattigen Orten außerhalb der Wohnung aufhalten zu können. Aber auch sinnstiftende Tätigkeiten wie gemeinsames Gärtnern, Imkern, Kleintierversorgung können die Identifizierung mit dem Stadtteil erhöhen und längerfristig zu mehr nachbarschaftlichem Miteinander führen.

Der Garten in der Ludwigstraße wird von den Bewohnern der Wohnstätten der Lebenshilfe und tagsüber von den Senioren der Seniorentagesstätte der Lebenshilfe genutzt. Er eignet sich wunderbar, ihn mit der Nachbarschaft zu teilen und so zu einem gemeinsamen, inklusiven Miteinander im Stadtteil beizutragen. Schon jetzt haben wir den Garten für unsere Nachbarschaft geöffnet und sehen, dass er angenommen wird.

Zur Zielgruppe unseres Angebotes gehören die Bürger des Stadtteils Nordstadt, zu denen auch die Bewohner der beiden Wohnstätten und die Besucher der Seniorentagesstätte Ludwigstraße zählen. Die Lebenshilfe Braunschweig hat in diesem Stadtteil weitere ambulante und stationäre Wohnangebote für Menschen mit Beeinträchtigungen jeden Alters.

Die Bürger der Nordstadt sollen durch direkte Ansprache und Flyer auf die Entwicklung des Stadtteilgartens aufmerksam gemacht werden. Es ist gewünscht, dass sie sich bei den Planungen des Gartens einbringen. 

Die fachliche Beratung während des Prozesses übernimmt das „Institut für Pflanzenschutz in Gartenbau und Forst“ des Julius Kühn-Institutes aus Braunschweig, das sich u.a. mit der Entwicklung multifunktionalen Stadtgrüns beschäftigt. Weiterer Kooperationspartner ist das Institute for Sustainable Urbanism der Technischen Universität Braunschweig. Auch die Volkshochschule Braunschweig soll uns mit ihrem Wissen unterstützen, welches sie durch die Realisierung eines Stadtgartens in einem anderen Stadtteil von Braunschweig erworben haben.

Ziel des Gartenkonzeptes ist, eine „beiläufige“ Begegnung zwischen Menschen mit und ohne Beeinträchtigung zu ermöglichen. Die Bürger des Stadtteils sollen ihre Berührungsängste verlieren und es soll selbstverständlich sein, dass sie im Stadtgarten willkommen sind, hier z.B. an selbstorganisierten Workshops teilnehmen oder auch ein kleines Fest dort feiern können. Der Garten soll ein Anlaufpunkt für jeden sein.

Der Stadtgarten soll durch ehrenamtlich engagierte  Personen und Gruppen betrieben werden. Ziel ist es, mit den Bürgern der Nordstadt und interessierten Gruppen in der ersten Phase (Mai 2019 bis Januar 2020) im Rahmen von inklusiven Workshops ein Nutzungs-Konzept für den Garten in der Ludwigstraße zu entwickeln. Das Konzept enthält eine Maßnahmeplanung zur Umsetzung. In der zweiten Phase Februar 2020 bis Januar 2021) werden die räumlichen Voraussetzungen für die Gartennutzung geschaffen, d.h. die Infrastruktur und die einzelnen Zonen gestaltet. Dazu gehören neben der Schaffung von Elektrizität und Wasser auch Bauten wie das hier beantragte Kleingewächshaus. Weiterhin sind in diesem Zeitraum die Pflanzung rahmensetzender Pflanzen, mehrjährigem Obst und Beerenobst sowie die Anlage von Komposten und Wirtschaftsflächen vorgesehen.  In der dritten Phase (Februar 2021 bis April 2022)  wird der Stadtgarten weiter mit selbst gezogenen Nutz- und Zierpflanzen  bepflanzt. Alle drei Phasen werden begleitet durch die Gründung und Pflege  eines Netzwerkes von Interessierten und Engagierten. Veranstaltungen im Quartier werden für die Bildung und Erhaltung  dieses  Netzwerkes  laufend besucht.   

Der Stadtgarten soll Ziele, die auf Bundes- Landes- und kommunaler Ebene gesetzt sind, konkret umsetzen. Die nachfolgenden Zielsetzungen von Bund, Land und Kommune machen deutlich, wie dringend der Bedarf an inklusiven und ökologisch ausgerichteten Praxismodellen ist. Diese Kombination scheint uns im städtischen Raum wegweisend. Unser Garten wird Beispielcharakter haben und durch die Kooperationspartner auf kommunaler, landes-, und Bundesebene bekannt gemacht und diskutiert werden.

Ziele auf Bundesebene: Der Stadtgarten soll die Handlungsfelder 2 und 7 des „Weißbuchs Stadtgrün“ der Bundesregierung umsetzen.

Handlungsfeld 2: (Städtische) Grünräume qualifizieren und multifunktional gestalten. Handlungsfeld 7: Akteure gewinnen, Gesellschaft einbinden.

Der Stadtgarten soll diesbezüglich  Idealerweise als Best-Practice-Modell entwickelt und die Ergebnisse veröffentlicht werden.  Die Projektpartnerschaft mit dem Julius Kühn-Institut, welches das Weißbuch maßgeblich mit entwickelt hat, unterstützt dies mit seinem Netzwerk und der wissenschaftlichen Perspektive.

Ziele auf Landesebene: Der Stadtgarten soll das 6. Handlungsfeld „Wohnen“ des Aktionsplans Inklusion 2019/2020 für ein barrierefreies Niedersachsen umsetzen. Konkret geht es an dieser Stelle um eine „inklusive Quartiersentwicklung“ durch Träger

Ziele auf kommunaler Ebene: Der Stadtgarten soll Ziele des „Intergrierten Stadtentwicklungskonzepts“   ISEK der Stadt Braunschweig umsetzen. Insbesondere geht es uns um eine  Umsetzung der im ISEK enthaltenen Stadtklimaanalyse www.braunschweig.de/Stadtlima  und der daraus abgeleiteten Ideen und die Umsetzung der Ideen des Kommunalen Aktionsplans (KAP) zur Inklusion.